Die Operation ist sehr gut verlaufen. Ehrlich gesagt bin ich extrem glücklich.
Bei Linda wurde ein Plattenepithelkarzinom diagnostiziert, ein bösartiger Tumor. Er war weit fortgeschritten und aggressiv, und ohne Eingriff hätte sie mit Sicherheit nicht länger als einen Monat überlebt. Das war klar.
Also haben wir gehandelt.
Wir haben eine rechtsseitige Mandibulektomie durchgeführt. Dabei wurde die gesamte rechte Seite des Unterkiefers entfernt, während die linke Seite erhalten blieb, was entscheidend für ihre Fähigkeit zu fressen und eine gute Lebensqualität zu bewahren ist. In manchen Fällen muss der gesamte Unterkiefer entfernt werden, aber bei Linda erlaubte dieser Ansatz ein entschlossenes und gleichzeitig ausgewogenes Vorgehen.
Unser Ziel war klar: eine korrekte onkologische Operation durchzuführen, die ihr, auch wenn sie nicht zu 100 % heilend sein kann, die bestmögliche Lebensqualität für so lange wie möglich bietet.
Während des Eingriffs entfernten wir alle Lymphknoten in der Nähe des Tumors und führten eine sorgfältige Rekonstruktion durch. Wenn man genau hinsieht, wurde der Mundwinkel leicht nach vorne verlagert, um zu verhindern, dass die Zunge herausfällt – ein kleines Detail, das im Alltag einen großen Unterschied für Komfort und Funktion macht.
Linda ist bereits aufgestanden und läuft. Sie hat keine Ernährungssonden, sondern nur eine Drainage. Die Operation war sauber, kontrolliert und dauerte weniger als zwei Stunden. Wenn alles weiterhin gut verläuft und keine Komplikationen auftreten, kann sie möglicherweise schon morgen mit weicher Nahrung beginnen.
Wir sind bei der Operation bewusst aggressiv vorgegangen, da der Tumor auch Teile des Oberkiefers und des Jochbogens betroffen hatte. Alle relevanten Proben wurden zur Analyse eingeschickt: Weichteilgewebe, Muskel, Haut, Knochen, der gesamte Unterkiefer sowie die regionalen Lymphknoten. Ob Metastasen vorliegen oder nicht, wird die langfristige Prognose bestimmen.
Aber eines ist sicher.
Wenn wir nichts unternommen hätten, wäre Linda heute nicht mehr hier.
Ich habe genau das getan, was ich auch für meinen eigenen Hund getan hätte.
Danke an alle, die dies möglich gemacht haben.
Viktor